WLAN – jetzt aber richtig!

Was stört am WLAN der FRITZ!Box?

Wenn es funktioniert – gar nichts.
Aber bei mir funktionierte es leider nicht immer richtig: Auf einer Grundfläche von knapp 130 m2 und zwei Stockwerken war im Fünfzigerjahre-Nachkriegsaltbau trotz recht zentraler Installation der 7390 keine zufriedenstellende Abdeckung machbar. Der Einsatz von  zusätzlichen Repeatern (ziemlich unbrauchbar: AVM FRITZ!Repeater 310, etwas besser: TP-LINK RE200) brachte ebenfalls keine wirkliche Entspannung – oftmals war eine Verbindung nur möglich, indem WLAN am iPad kurz ab- und wieder eingeschaltet wurde. Egal, ob 2,4-GHz- oder 5-GHz-Band – Streams waren Glückssache. Verbindungen in den Keller unmöglich. Hmmm.

Welche Hardware wählen?

Nach einiger Recherche verfestigte sich die Idee, es doch einmal mit spezieller Hardware fürs WLAN zu versuchen … die Wahl fiel auf einen UniFi UAP-AC pro von Ubiquiti Networks, der auch kurz darauf eintraf.

Hierbei handelt es sich um einen Accesspoint (AP) eines Herstellers, der auch Messezentren, Hotels, Universitäten, etc. mit Netzwerkhardware ausrüstet. Das Gerät kommt gut verpackt und hat (ACHTUNG – nicht bei 5er-Packs!!) einen PoE-Adapter mit beigepackt, der auch benötigt wird, denn die Energieversorgung des AP läuft ausschließlich über PoE (PoE kann entweder über einen entsprechenden Switch oder über einen PoE-Adapter – „Injektor“ – bereitgestellt werden).

Ersteinrichtung

Zur Ersteinrichtung wird eine Controllersoftware („UniFi Controller“ – für die üblichen OS erhältlich) benötigt, die kostenfrei beim Hersteller heruntergeladen werden kann.

Anmerkung: Diese Controllersoftware wird für den laufenden Betrieb grundsätzlich NICHT benötigt, was leider nirgendwo so klar steht. Allerdings ist es sinnvoll, den Controller doch möglichst dauernd in Betrieb zu halten, wenn man vollständige Betriebsinformationen des Systems bekommen möchte…

Zur Ersteinrichtung ist nicht allzuviel anzumerken – bei YouTube gibt es etliche Erklärvideos, die keine Frage offenlassen (Empfehlung: die Videos von Dominik Bamberger / www.idomix.de, Einstieg z.B. mit https://idomix.de/unifi-ap-ac-fragen-antworten-qa).

Was sollte beachtet werden?

Es können innerhalb einer „WLAN-Gruppe“ bis zu vier unterschiedliche WLANs aufgebaut werden, deren Teilnehmer sich gegenseitig sehen – es sei denn, eines der Netzwerke ist als Gastnetz konfiguriert: Teilnehmer im Gastnetz sehen grundsätzlich erstmal überhaupt keine anderen Geräte.

Um ein Gastnetz einzurichten, sind im Controller die entsprechenden Einstellungen zu wählen (Haken bei „Gastrichtlinie“, ausserdem vorher eine Benutzergruppe wie „Gäste“ einrichten, die mit entsprechenden Einschränkungen versehen wird).

Feintuning

Spannend wird es, wenn ein Teilnehmer im Gastnetz Zugriff auf ein Apple TV oder einen Netzlautsprecher per AirPlay erhalten soll. Aber auch hier gibt es eine relativ einfache Lösung:

  1. Das „Zielgerät“ (z.B. Apple TV) muss eine statische IP-Adresse erhalten
  2. In den Einstellungen für das Gastnetz in der Controllersoftware sind passende Angaben zu machen:
    Bildschirmfoto 2017-09-10 um 19.55.39

    • Unter „Zugriff vor der Anmeldung“ muss die IP-Adresse des Zielgerätes (bzw. müssen die IP-Adressen der Zielgeräte) eingetragen werden: „192.168.xxx.yyy/32“ – gerade das „/32“ ist ganz wichtig.
    • Außerdem ist für die AirPlay-Erkennung mittels Bonjour-Protokoll die IP-Adresse „224.0.0.251/32“ freizugeben,

… und schon klappt es mit dem Zugriff aus dem Gastnetz auf das/die freigegebene(n) Geräte (und keine anderen!)


Ein Ersatz der auf einem lokalen Computer laufenden Controllersoftware durch ein Hardwarebauteil ist überlegenswert, wenn kein 24/7 laufender Server zur Verfügung steht. Für relativ kleines Geld kann der UniFi Cloud Key erworben werden – hierbei handelt es sich um einen kleinen Spezialrechner in einem handtellergroßen Gehäuse, der über PoE-LAN-Verkabelung ins Netzwerk eingehängt wird und die Basis für die Controllersoftware bietet, die dann darauf laufen kann.

ACHTUNG – STOLPERFALLE!

Eine gute Lösung, die nur leider einen kleinen Haken bei der Installation hat … als PoE-Injektor sind die beim UniFi UAP-AC pro  mitgelieferten Adapter leider nicht brauchbar (zumindest bei mir hat es nicht funktioniert). Ich habe stattdessen ein separates USB-Steckernetzteil mit passendem Kabel aus der Bastelkiste genutzt, um den Cloud Key über seine USB-Buchse mit Spannung zu versorgen. Warum UniFi auf diese Problematik nicht klarer hinweist, ist mir ein Rätsel.
Ob die PoE-Versorgung über einen PoE-Switch zuverlässig möglich ist, kann ich mangels eigener Tests nicht sagen.

WAS MIR SEHR GUT GEFÄLLT:
UniFi hat als Anbieter professioneller Netzwerktechnik einige hochinteressante Features – was ich besonders gerne nutze, ist der unter https://unifi.ubnt.com/ aufrufbare „Web-Control“-Bereich, in welchem mehrere auch räumlich getrennte Installationen gemeinsam verwaltet werden können – insbesondere im Chrome-Browser funktioniert das sehr schön.

Zwischenfazit

Nach einigen Wochen intensiver Erprobung zweier unterschiedlicher Installationen an zwei Standorten bin ich rundum zufrieden. Die WLAN-Abdeckung ist im Vergleich zur Ausgangssituation deutlich besser, und auch bei schwächerer Feldstärkeanzeige am iPad ist ein unterbrechungsfreier Stream gewährleistet. Ohne den nicht unbedingt erforderlichen UniFi Cloud Key beläuft sich die notwendige Investition auf weniger als 150 EUR und etwas Zeit …

@AVM, warum könnt Ihr das nicht?

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2 Gedanken zu “WLAN – jetzt aber richtig!

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